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Richtiges Verhalten im Brandfall
Panik – ein schlechter Ratgeber in Notfällen


Die schrecklichen Brandkatastrophen mit zahlreichen Toten im vergangenen Jahr hat in den Bürgerinnen und Bürgern im Landkreis Tuttlingen Fragen aufkeimen lassen. Beispielsweise starben in Berlin-Moabit neun Menschen, darunter auch einige Kinder, an giftigen Rauchgasen. Nun möchten besorgte Einwohner des Landkreises immer wieder wissen, wie sie sich vor solchen Unglücken schützen können. Deshalb werden die Mitglieder der örtlichen Feuerwehren, von besorgten Bürgern auf diese Ereignisse angesprochen.

Ernst Mutzel, der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes Tuttlingen, sieht hier einen enormen Handlungsbedarf in der Aufklärung seiner Mitbürger zum richtigen Verhalten bei Brandunglücken. Schon im Vorfeld können Sie, die Bürger, mithelfen, begangene Missstände abzustellen oder gar nicht erst aufkommen zu lassen. Zusammen mit dem Kreisbrandmeister Martin Hagen möchte der Kreisfeuerwehrverband Tuttlingen hier einige richtige Verhaltensmaßregeln aufzeigen:

1. Halten Sie Treppenräume und Hausflure stets frei von brennbaren Utensilien jeglicher Art, denn Ordnung schafft Sicherheit.

2. Feuerwehrzufahrten nie zustellen oder zuparken. Das Rettungsgerät der Feuerwehr kann sonst niemals optimal zu Ihrem Schutz eingesetzt werden.

3. Befassen Sie sich schon im Vorfeld mit Ihren örtlichen Begebenheiten und Gefahrenschwerpunkten. So können Sie im Ernstfall dem Einsatzleiter der Feuerwehr wertvolle Informationen geben.


Wenn es aber zu einem Schadenfeuer gekommen ist, beherzigen Sie unbedingt folgende Ratschläge Ihrer Feuerwehr:

1. Bei Entdeckung eines Brandes alarmieren Sie sofort Ihre Feuerwehr unter der Notrufnummer 112.

„Diese Maßnahme spart wertvolle Zeit für die Brandbekämpfung und ist der Feuerwehr bei der Rettung von gefährdeten Personen und Sachwerten äußerst hilfreich. Unternehmen Sie erst jetzt Rettungs- und Löschversuche.“

2. Schließen Sie umgehend die Türen zu den betreffenden Räumen und Brandabschnitten.

„Ein Übergreifen des Brandes kann dadurch unter Umständen verzögert oder sogar verhindert werden. Rauch bewegt sich immer von unten nach oben – auch durch Öffnungen, Schächte, Klimaanlagen oder anderen Zugängen. Schon wenige Atemzüge dieses Rauch-Gas-Gemisches kann tödlich für Sie sein.“

3. Benützen Sie niemals Aufzüge zur Flucht, sondern blockieren Sie diese in geöffnetem Zustand.

„Bei jedem Brandverlauf kommt es zu Stromausfällen. Dabei wird ein blockierter Aufzug immer zu einer tödlichen Falle für Sie werden.“

4. Bringen Sie sich sowie Ihre Mitbewohner unverzüglich in Sicherheit.

5. Niemals durch den Rauch flüchten.

6. Sollte eine Flucht nicht mehr möglich sein.

„Suchen Sie sichere Räume auf. Dichten Sie Ritzen und Öffnungen mit nassen Tüchern ab. So können Sie den Rauch einigermaßen abhalten. Machen Sie sich am Fenster bemerkbar. Bewahren Sie vor allem Ruhe, Panik macht nur noch alles schlimmer. Beherzigen Sie unbedingt die Anweisung der Hilfskräfte. Nur so können die Einsatzkräfte Ihnen sofortige Hilfe bringen.“

Die Feuerwehren im Landkreis Tuttlingen sind personell und materiell bestens ausgerüstet. Zusammen mit der Motivation und Ausbildung werden die Feuerwehrangehörigen alles menschenmögliche unternehmen, um Sie aus solchen Situationen zu befreien.